Ein Ort der Freude und Hoffnung

Wir haben für Waldbröl und Umgebung einen besonderen Ort geschaffen: Ein Ort, an dem Kinder, Jugendliche oder auch Erwachsene Freude, Hoffnung und Hilfe finden.

Was wir wollen? Fröhliche Kinder!

Manchmal sind es Kleinigkeiten, die zu einer enormen Verbesserung der Lebensqualität einer Familie beitragen.

Nicht jedes Kind hat das Glück, gesund geboren zu werden.

Aber jedes Kind hat das Recht auf Hoffnung und Freude!

Aktuelles & Rückblick

Sommerberg feiert mit Ursula-Barth-Stiftung

Eine Villa für die Wohlfahrt

Den Fünfzigsten auf der Baustelle zu feiern, das ist schon ein bisschen schräg. Aber es passt zum Selbstverständnis von „Der Sommerberg“, der damit auf sein 50-jähriges Bestehen sowie aufs Wachsen seiner jüngsten Einrichtung in der Fabrikantenvilla Barth in Waldbröl anstößt.

Sommerberg – dahinter verbirgt sich ein weit verzweigter Hilfsbetrieb unter dem Dach der AWO im Bezirksverband Mittelrhein, der für Kinder, Jugendliche und Familien da ist, die aus mannigfaltigen Gründen nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen. In Waldbröl entsteht dafür ein „Familienhaus“ mit Begegnungsstätte. Das Familienhaus in der Fabrikantenvilla Barth thront eine Etage Loge über der Kaiserstraße, die Begegnungsstätte als moderner Kubus mit Glasfrontresidiert direkt an der Chaussee. Da wird nicht gekleckert, sondern geklotzt. Ein Geschenk, das dem Sommerberg die Ursula-Barth-Stiftung quasi zum Geburtstag macht. Wenn auch der Betrieb im Gebäudeensemble erst im kommenden Jahr beginnt. Das gemauerte Merkzeichen lebendiger Wohlfahrt entsteht jedoch jetzt schon. Durchaus als Akzent im Waldbröler Stadtbild. Und durch den Namen Barth historisch verankert.

Die Ursula-Barth-Stiftung wurde von der 1916 in Barmen geborenen Unternehmerin ins Leben gerufen. Die Lederwaren-Firma hatte ihr Vater Karl 1911 gegründet, dessen Bruder Siegfried sich nach dem Ersten Weltkrieg zu einem Drittel an der OHG beteiligte. Beim Baustellenrundgang weist Stiftungsvorstand Joachim Heideler im Obergeschoss auf die Terrasse, die wie eine Brücke zwei Gebäudeteile verbindet. „Hier haben sich abends oft die Brüder getroffen und mit Blick auf ihre Fabrik noch miteinander geplaudert.“

Ursula Barth, die Ende 2008 kinderlos gestorben ist, hätten Kinder und Jugendliche besonders am Herzen gelegen, erzählt er weiter. Deshalb habe sie die Stiftung zur Förderung der Jugendhilfe auf und in ihrem Anwesen ins Leben gerufen. Bis zum Schluss habe die resolute Frau in ihrem Haus gewohnt und sich von Fachkräften pflegen und betreuen lassen. Das Haus, so hat sie verfügt, soll dem Andenken der Familie Barth dienen. Indem dort eine sozialpädagogische Einrichtung und ein Begegnungszentrum entstehen. Letzteres für schwer erkrankte Kinder und ihre Familien. Bedürftige Personen sollen finanziell unterstützt, einzelne durch Stipendien für Schulung und Bildung gefördert und Zuschüsse an die Jugendhilfe vergeben werden. So sieht es der Stiftungszweck vor. Ins Projekt Familienhaus mit Begegnungsstätte fließen so die genannten 1,5 Millionen Euro.
Betreiben wird es „Der Sommerberg“. Dessen Geschäftsführerin Anita Stieler hat die Baustelle für die Feier präparieren lassen: 50. Sommerberg-Jubiläum und Projektvorschau Familienhaus/Begegnungsstätte. Quader, Zylinder, Karussells, und Ellipsen aus Pappe sind mit Fotos von Menschen beklebt. Betreute, Betreuer, Familien, Wohngruppen, Sport, Spielaktionen, Ausflüge, gemeinsames Leben.
Das Meisterwerk hängt im Untergeschoss an der kahlen Wand: Ein rund 1,30 Meter mal zwei Meter großes Bild der Barth-Villa, das aus 5000 Einzelfotos besteht. Von weitem wie ein grob gerastertes Gemälde, von nahem ein Meer von Miniaturen. Augenblicke aus dem Alltag von Kindern, Jugendlichen und Familien. Von ihnen selbst aufgenommen. Zur kunstvollen Ansichtssache hat es der Fotograf Eberhard Weible aus Köln komponiert.
Im Anbau nebenan hängen Gemälde von Sommerberglern. Ergebnis eines „Kunst-Workshops“, ebenfalls von Kindern, Jugendlichen, Familien. Mit Hinweisen auf die Künstlerinnen und Künstler, teilweise mit Foto von ihnen. Wie zur Demonstration, was das Motto „Räume. Für Menschen – Perspektiven. Zum Leben“ zum 50-Jährigen der Einrichtung bedeutet. Im Mittelpunkt: immer der Mensch. Dieses Projekt begleitete die Kölner Künstlerin Judith Ganz.

Beim offiziellen Teil verliert sich Geschäftsführerin Stieler also nicht lange in protokollarischem Getue, sondern hebt selbstbewusst Geleistetes hervor: „Wir haben Spuren hinterlassen.“ Die neuen Räume sollen folglich so gestaltet werden, dass sie zu kreativem Handeln inspirieren, betont sie. Räume, die offen dafür seien, Neues, Unerwartetes, Spontanes zu wagen. Wie das monumentale Graffiti „Lebensräume“, das Marc Schumacher (14), Dustin Kailus (18) und Jurij Himitsch (20) in wochenlanger Arbeit aufgesprüht haben. Eine plakatwandgroße kalligrafische Komposition mit farbschwelgerischen Lettern vor düster urbaner Kulisse. Ein weiteres Stück kunstvoller Sinnsuche und ein Manifest selbstbestimmter Individualität. Diesmal draußen vor der Tür. Weil drinnen und draußen relativ ist.
Die Leckereien vom Baustellen-Büfett und der Toast zum Sekt aufs Projekt wirken da unbedingt passend in jenen geschichtsträchtigen Mauern, die sich von der gediegenen Wohnstatt zum Hort der Wohlfahrt mausert. Waldbröler Wirklichkeit scheint hier und da etwas Märchenhaftes zu haben – ganz schön schräg!

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